Jul

30

Liebe Leserinnen und Leser,

wie ich Ihnen gestern versprochen habe, folgt also hier die Fortsetzung des Artikels: (wieder nehme ich, der Einfachheit halber, den “männlichen” Artikel – gemeint  sind immer Personen beider Geschlechter!)

Vielleicht hat ja der Eine oder Andere von Ihnen schon damit begonnen, sich ein paar Dinge über sich selbst zu notieren? Das würde mich riesig freuen, ist es doch der erste Schritt auf dem Weg aus der Harmoniesucht. Finden Sie nicht auch, dass es gar nicht so schwer ist, wenn man sich einmal in Ruhe  mit sich selbst beschäftigt, wirklich gute und positive Eigenschaften an sich zu entdecken, von denen man vorher gar nicht wußte, dass man sie hat?

Sollten Sie noch nicht dazu gekommen sein, meinen gestrigen Rat zu beherzigen und umzusetzen, dann haben Sie ja jetzt am Wochenende vielleicht ein wenig Muße, dies zu tun!

Wenn Sie nun auf einem Blatt Papier all die guten Eigenschaften und Fähigkeiten aufgezählt haben, die Ihnen eigen sind, dann ist das doch wirklich ein Grund, ganz stolz auf sich selbst zu sein, finden Sie nicht auch? Lassen Sie dieses Gefühl auf sich wirken und genießen Sie es!  So viele Eigenschaften, die Sie vor anderen Menschen, die Sie kennen, auszeichnen! Jetzt sagen Sie aber bitte nicht, Sie hätten nichts gefunden, was Sie für wert halten, aufgeschrieben zu werden – denn das gibt es nicht, weil jeder, aber auch jeder Mensch Eigenschaften hat, die ihn von anderen unterscheiden, und hier meine ich natürlich:gute Eigenschaften!  Einige Tipps, wo Sie bei sich suchen können, habe ich Ihnen ja gestern schon gegeben.

Fällt Ihnen spontan nichts ein, was Sie aufschreiben können, dann gehen Sie noch mal in sich und stellen sich die Frage:” Welche Fähigkeiten habe ich, die mich von meinen Mitmenschen unterscheiden?” Versuchen Sie auch nicht, etwas Großartiges zu finden, wie zum Beispiel:” Ich bin ein gottbegnadeter Sänger!” oder sonst etwas Hochtrabendes! Die kleinen und oft kaum beachteten Fähigkeiten sind es meistens, die Sie vor anderen auszeichnen!Sind Sie ein besonders umsichtiger Autofahrer? Decken Sie besonders liebevoll den Tisch? Sind Sie ein besonders geduldiger Zuhörer? Alles Dinge, die von Ihnen  beachtet werden müssen! 

Jetzt machen wir den ultimativen Zeitsprung und schauen uns an, wie Sie dann weiter vorgehen können, wenn Sie sich neu entdeckt haben! Gewappnet mit den neuen Erkenntnissen über sich selbst, probieren Sie vielleicht, in Ihrem Freundeskreis beginnend, aus, wie es ist, wenn Sie nun Ihren eigenen Standpunkt beziehen zu einem Thema, das im Gespräch gerade aufkommt.  Ich möchte Ihnen anhand eines gerade heiß diskutierten Themas ein Beispiel geben: auf Grund der schrecklichen Katastrophe in Duisburg wird ja der Rücktritt des dortigen Bürgermeisters gefordert. Mal angenommen, dieses Thema kommt auf, und während Sie sich früher immer bei solchen Diskussionen zurückhielten, sagen Sie nun einfach und mit Nachdruck Ihre Meinung. ( Sie wissen ja nun um Ihren Wert, und jeder Diskussionsbeitrag trägt zur Bereicherung bei in einer solchen Runde!) Sie haben keine Angst mehr, abgelehnt zu werden, geschweige denn Angst, Ihren Mund aufzumachen! Selbst wenn Ihre Meinung nicht auf Zustimmung stößt: jeder hat das Recht, seine Meinung sagen zu dürfen! Und: was kann auch passieren, wenn nicht alle Ihrer Meinung wären? Nichts! Im Gegenteil, sollten Sie sich bisher wirklich immer zurück gehalten haben und kaum je Ihrer Meinung Ausdruck verliehen haben, werden Ihre Freunde mit Sicherheit erstaunt und erfreut sein, wenn Sie einen Diskussionsbeitrag leisten!  

“So, das mag ja nun noch gehen”, denken Sie vielleicht,” aber wie sieht es denn in meiner Partnerschaft aus, wie schaffe ich es, dort meine Meinung zu sagen?”  Hier sieht die Sache, jedenfalls in der praktischen Umsetzung, in der Tat ein wenig anders aus, da der Dämon der Verlustangst  noch dazu kommt. Betrachten Sie aber mal diesen Aspekt wie folgt: bestimmt haben Sie sich, als Sie sich kennenlernten, als gleich-wertig  angesehen und lieben gelernt. In einer Parnerschaft ist es unabdingbar, dass man miteinander kommuniziert, weil das eine der wichtigesten Ebenen des Kennenlernens und der Partnerschaft überhaupt darstellt. Und das, so lange man zusammen ist! Sagt jetzt ein Partner zu allem buchstäblich “ja” und “amen”, dann findet keine Kommunikation statt. Weder weiß der Partner, wie Sie denken, noch was Sie denken und erst recht weiß er nicht, warum Sie etwas denken! Dies zu wissen und sich miteinander auszutauschen ist das Salz in der Beziehung, denn ohne Austausch kann auch keine Beziehung wachsen, geschweige denn überhaupt auf  Dauer bestehen bleiben! Dies zu erkennen, ist der erste Schritt in die richtige Richtung !

Das Beste ist, wenn Sie Ihrem Partner Ihre  Verlustangst mit dem gewonnen Selbst-Vertrauen mitteilen! Es ist immer der beste ( nicht der leichteste!!) Weg, das Problem bei den “Hörnern zu packen” und nicht lange drum herum zu reden! Sie werden erleben, dass Ihr Partner mit Verständnis reagiert,und im Idealfall werden Sie sich über alle Dinge, die die ganze Zeit ungesagt waren, aussprechen.

Natürlich sollten Sie auch eine andere Reaktion seitens des Partners in Betracht ziehen – Sie kennen ihn! Sollte er nicht mit Verständnis und Offenheit reagieren und aus der Situation gar ein Streit entstehen, dann sind Ihrerseits neue Überlegungen gefordert, ob die Partnerschaft, die Sie haben, sich auch weiterhin so nennen kann! Aber auch, falls Sie solche Überlegungen anstellen müßten, gilt dann der Spruch:” Besser spät als nie!”, denn Sie haben es verdient, in einer glücklichen und erfüllten Partnerschaft zu leben!  

Ich hoffe sehr, dass ich Ihnen einige Gedankenanstösse bieten konnte und ich freue mich, wenn Sie mir schreiben, damit wir eine lebendige Diskussion eröffnen können!

Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern meines Blogs ein schönes und erholsames Wochenende!

Herzlichst

Ihre Marina Schott

 

Jul

29

Liebe Leserinnen und Leser,

heute möchte ich einen neuen Aspekt der Harmoniesucht beleuchten:  Ich möchte ihn:”Die Angst vor der Kommunikation” nennen.

Es ist zweifelsfrei festzustellen, dass die Kommunikation im Leben vieler Menschen ein Problem darstellt- wieviele Ehen scheitern daran, dass nicht oder nicht umfassend kommuniziert wird! Das Miteinander-Reden scheint sogar, angesichts der immer drückender werdenden Belastungen, denen die meisten Menschen im Alltag ausgesetzt sind, vielerorts aus der Mode gekommen zu sein.

Sass man früher öfter mal nach Feierabend gemütlich bei einem Glas Wein zusammen und unterhielt sich, so verdrängen heute oft Fernsehprogramme oder anderen Orts gesuchte Zerstreuungen diesen schönen und auch nötigen Brauch. Das hat natürlich große und gravierende Auswirkungen auf das Mit-Einander, da sich so die Gefahr um ein Vielfaches vergrößert, dass man sich einfach auseinanderlebt,um sich dann eines Tages- als logische Konsequenz- einfach “nichts mehr zu sagen” zu haben! 

Wenn dieses nun vielen Menschen (leider!) so geht, um wieviel mehr sind dann Menschen, die harmoniesüchtig sind, davon betroffen! Ihr geringes oder auch  nicht vorhandenes SELBST-WERT-GEFÜHL vebietet, ja verhindert oft ein freimütiges Äußern eines  eigenenWunsches oder einer Meinung. Dies kann dann in dem Dilemma münden, dass der Partner oder auch die Mitmenschen den von der Harmonie-Sucht Betroffenen gar nicht richtig kennen oder einschätzen können, da diese dann eben gar nicht wissen, WIE oder WAS er denkt.

( Eine Anmerkung in eigener Sache: es sei mir gestattet, der Einfachheit halber, die männliche Form zu nennen – selbstverständlich ist immer auch das weibliche Geschlecht gemeint!)

Wie aber kann nun ein von der Harmoniesucht betroffener Mensch sich aus dieser Situation befreien? Wie kann er hinfinden zu einer klaren Kommunikation, wie kann er lernen, seine Meinung und seine Wünsche zu formulieren und sie dem Gegenüber mitzuteilen?

Der erste Schritt – wie kann es anders sein – beginnt immer bei sich selbst: Lernen Sie sich selbst zu lieben! Dass dieses leichter geschrieben als getan ist, ist mir natürlich klar. Beginnen Sie damit, dass Sie alles aufschreiben, was Ihnen an Ihnen gefällt! Das ist ein bedeutender, weil auch sehr schwieriger Schritt! Wann setzt man sich schon einmal hin und denkt in aller Ruhe über sich selbst nach, nicht wahr? Aber gerade dies zu tun,ist unumgänglich, wenn Sie wirklich eine Lösung anstreben, sich aus der Harmoniesucht zu befreien. Und wie so häufig liegt der Ausweg auch hier darin, sich selbst ein klares Konzept zu basteln – und dies beginnt nun einmal mit der Selbst-Erforschung. Beginnen Sie mit Ihren äußeren Werten – haben Sie schöne Haare, Augen, einen schönen Mund? Sind Sie gut gebaut? Haben Sie schöne Haut, eine schöne Stimme? Haben Sie vielleicht lustige Sommersprossen? Oder irgendwo einen kecken Leberfleck? Schauen Sie sich ruhig einmal für längere Zeit im Spiegel an: Sehen Sie darin nette Lachfalten? Oder ein sympathisches Gesicht? Wenn Sie sich so Zeit für sich genommen haben – und bitte, nehmen Sie sich dafür viel Zeit – dann beginnen Sie, sich an Ihre inneren Werte heranzutasten: Was können Sie besonders gut? Sind Sie ein Koch-Genie oder können gut backen? Sind Sie besonders belesen und wissen über ein Gebiet besser Bescheid, als die Menschen, die Sie kennen? Sind Sie humorvoll, können gut Witze erzählen? Sind Sie besonders tiefsinnig und empfindsam? Können Sie gut Gedichte schreiben oder sind Sie besonders reiselustig und kennen sich gut in der Welt aus?

Ich könnte noch tausende von Aspekten nennen, aber das würde den Rahmen sprengen! Wenn Sie sich also so ganz viel Zeit für sich genommen haben, um sich selbst kennenzulernen, werden Sie erstaunt sein, wieviele Wertvolle Eigenschaften Sie besitzen!  Hätten Sie das  gedacht? Wie lange haben Sie diese wertvolle Erkenntnis Ihrer eigenen Person aufgeschoben oder nicht daran gedacht, einmal eine solche Liste zu erstellen?!    

So, und nun gehen Sie daran, mit einer neuen Selbstliebe und neuem SELBST-WERT-Gefühl, dieses auch Ihre Mitmenschen wissen zu lassen, indem Sie klar und offen Ihre Meinung sowie Ihre Wünsche äußern.  Wie genau Sie dies tun können, verrate ich Ihnen im 2. Teil auf meinem Blog! Keine Angst, er kommt bald!

Schreiben Sie mir, wie Sie diesen Artikel finden -  konnte er Ihnen ein wenig helfen? Ich freue mich darauf!    

Herzlichst Ihre

Marina  Schott

Jul

23

Liebe Leserinnen und Leser meines Blogs,

die Harmoniesucht ist in vielen Partnerschaften mehr verbreitet, als es landläufig oft den Anschein hat. Um herauszufinden, ob es denn zutrifft, dass eine Partnerschaft droht, in der Harmoniesuchtfalle zu versinken, also konturlos zu werden, ist eine gründliche Selbstanalyse der einzig gangbare Weg. 

Wie merke ich also, ob ich harmoniesüchtig bin in meiner Partnerschaft?

Hier eine Art Checkliste, um dies herauszufinden:

ich schätze mich, wenn ich ehrlich mit mir selber bin, eher als konfliktscheu ein

ich handele nach der Devise:” Bloß keinen Stress!”

ich stimme mich eher auf meinen Partner ein als er sich auf mich

ich gebe lieber nach “um des lieben Friedens willen” ,als meine Standpunkte darzulegen

auch wenn ich im Recht bin, halte ich lieber den Mund, als meine Meinung zu äußern

sobald auch nur weit entfernt eine Meinungsverschiedenheit aufzukommen droht, lenke ich lieber ein- egal um welchen Preis 

wenn Konflikte auf tauchen, versuche ich, sie zu übergehen, anstatt sie zu kommunizieren

drohende Konflikte machen sich auch physisch bemerkbar zum Beispiel durch Nervosität ode feuchte Hände

ich habe oft bei Meinungsverschiedenheiten Schuldgefühle ohne Anlass

mit einer konfliktbeladenen Atmosphäre werde ich einfach nicht fertig

Erkennt der/die eine oder der/die andere Leser/Leserin sich in einem der Punkte oder sogar in mehreren Punkten wieder? Dann haben Sie hier ein  sicheres Indiz dafür, dass Sie dringend etwas ändern müssen!

“Dies ist leicht gesagt, und schwer getan!” werden Sie mir jetzt mit Recht entgegenhalten.

Zuerst einmal möchte ich Ihnen sagen, dass diese Fälle keine Schicksalschläge sind, und Sie sie, vielleicht weil diese Situation schon länger andauert, trotzdem nicht weiter als gegeben hinnehmen müssen. Begeben wir uns doch einfach einmal gemeinsam auf dem Weg zu Ihnen:

Kennen Sie Ihren Selbst-Wert? Haben Sie jemals danach gesucht? Kennen Sie sich – Ihre Stärken und Ihre Schwächen?  Auch auf die Gefahr, dass ich mich wiederhole: dies sind die ersten Fragen und vorallem die Wichtigsten! Tun Sie sich selbst den Gefallen und beschäftigen Sie sich mit dem Wichtigsten: mit sich selbst! Alle Erkenntnisse, die Sie aus diesem Prozess ziehen, legen Sie schriftlich nieder wie in einer Art Tabelle. Zögern Sie nicht,  und schreiben Sie alles, aber wirklich auch alles auf, was Ihnen einfällt! Können Sie gut zuhören? Sind Sie immer für andere da? Helfen Sie, wo immer Sie können? Sind Sie großzügig und geben auch dann, wenn es Ihnen schwer fällt? Sind Sie humorvoll? Lachen Sie gerne? Schlucken Sie jede negative Äußerung – auch, wenn sie berechtigt ist- herunter oder sagen Sie offen Ihre Meinung? Stehen Sie zu sich selbst und zu dem, was und wie Sie sind?

Schreiben Sie einfach alles auf! Wenn Sie dies getan haben, dann schreiben Sie – ganz ehrlich – auf, wie Sie sich die Kommunikation mit Ihrem Partner wünschen und was Sie an Ihrer Partnerschaft – hierbei ganz besonders an Ihren Reaktionen -stört. Wie wünschen Sie sich in Ihrer Partnerschaft zu sein? Würden Sie sich oft wünschen, dass Sie Ihre Meinung vertreten oder besser vertreten könnten? Haben Sie das Bedürfnis, öfter Ihre Wünsche kommunizieren zu können oder überhaupt erst einmal Ihre Wünsche äußern zu können? Geht es Ihnen insgeheim oft selber auf die Nerven,dass Sie immer “klein beigeben?” Horchen Sie in sich hinein und scheuen Sie sich nicht, auch die kleinste Kleinigkeit zu Papier zu bringen, die Ihnen wichtig ist.

Wenn Sie dies getan haben – und das kann durchaus Tage in Anspruch nehmen, aber:gönnen Sie sich alle Zeit der Welt! – dann gehen Sie an die Umsetzung der Verbesserung!

Gibt es denn ein Geheimnis, das Ihnen hilft , der Harmoniesuchtfalle in  Zukunft zu entgehen?  Ja, dies gibt es! Es heißt: Kommunikation   

Sprechen Sie mit Ihrem Partner und denken Sie dabei immer an einen sehr bekannten Werbespruch:” Sie sind es sich wert!”

Egal, was in Zukunft in Ihrer Partnerschaft auch passieren mag, äußern Sie Ihre Meinung, äußern Sie Ihre Wünsche und: verteidigen Sie sie!! Mit Sachlichkeit und Eingehen auf die Wünsche des Anderen und unter Einbeziehung seines Standpunktes – denn es muss keine lautstarken Auseinandersetzungen geben! -  werden Sie nach und nach sehen, dass Sie einer Partnerschaft in ehrlicher Harmonie immer näher kommen, ohne dass Sie den Mund halten. Sie werden erleben, dass Ihr Partner Sie beginnen wird, in einem anderen Licht zu sehen und Sie als eigenständige und schätzenswerte Persönlichkeit wahrzunehmen beginnt, die durchaus in der Lage ist, Ihren eigenen Standpunkt sachlich und mit Nachdruck zu verteidigen oder darzulegen. Vergessen Sie nicht, dass Sie auch für sich eine Eigen-Verantwortung haben!Wenn Sie geduldig mit sich sind und sich wirklich auch die nötige Zeit geben, dann steht einer Partenerschaft in wirklicher Harmonie nichts mehr im Wege!

Dass Ihnen dies gelingen möge, wünsche ich Ihnen von ganzem Herzen!

Herzlich

Ihre Marina Schott

Jul

21

Liebe Freundinnen und Freunde der Harmonie,

heute möchte ich einmal ein Thema behandeln, dass so ungeheuer wichtig ist und doch von vielen Menschen nicht oder nicht genügend beachtet wird: die Selbstliebe oder auch die Eigenliebe genannt in Beziehung zur Harmoniesucht.Obwohl sich in der heutigen Zeit sehr Vieles aus der Abgrenzung heraus (leider!) definiert und Eigen-oder Selbstliebe manchmal geradezu verpönt ist, geht ohne eine gesunde Portion Eigenliebe- gerade auch in mitmenschlichen Beziehungen – gar nichts. Dies erstreckt sich auf alle Bereiche unseres Lebens, sei es nun im Privat-oder Berufsleben. Der Mensch vermag ohne eine gewisse Portion Egoismus – also eine auf das “Ich” bezogene Handlungsweise ( was nichts mit Egozentrik zu tun hat, wobei hier das “Ich” zum Massstab aller Dinge wird) weder ein gutes Privatleben zu führen noch im Berufsleben voranzukommen. Ich behaupte sogar, dass die allerwenigsten Menschen mit ihrem eigenen “Ich” richtig, das heißt im besten Sinne”gesund”, in der Lage sind, umzugehen. Um nicht von einem Extrem ins andere zu fallen, ist auch hier wieder das berühmte Mittelmaß gefragt, ein Maß, was sich eben genau in der Mitte ansiedelt. Die Schwierigkeit besteht also darin, eine Balance zu finden, zwischen einem gesunden Selbst-Wert-Gefühl und einem Gefühl wann es die Situation erfordert, den Anderen in den Mittelpunkt seines Handelns und Denkens zu stellen, ohne sich selbst zu vernächlässigen!  

Wenn nun ein Mensch unter Harmoniesucht leidet, erfordert es einige Bewußtwerdungsprozesse, um sich dieser zu entledigen: zuerst einmal ist es dringend notwendig, sich seiner Stärken und seines Wertes wirklich bewußt zu werden und diese zu erkennen. Am effektivsten ist dann die Frage an sich selbst zu stellen:”Was kann ich, was zeichnet Mich – also mein Wesen, meinen Charakter, mein So-Sein  -aus?” Es ist von großer Bedeutung, diese Eigenschaften dann auch schriftlich festzulegen! Nur so kann ein von der Harmoniesucht betroffener Mensch zur vollen Erkenntnis gelangen:” Ach, ich bin ja o.k!” Nach einer solchen geistigen “Nabelschau”, die Erkenntnis und die Einsicht bringt, dass man selber viele Vorzüge und gute Eigenschaften hat, ist es dann möglich, das Problem der Harmoniesucht dahingehend in den Griff zu bekommen, dass die eigene Wertigkeit erkannt und der Andere in diese Wertigkeit sozusagen integriert wird in dem Sinne:” Du bist o.k , aber ich bin es auch!” Wenn erst einmal diese Eigen-Erkenntnis gewonnen ist, ist der erste – und vielleicht der schwierigste- Schritt getan hin zu einer anderen Projektion in Bezug auf die Mitmenschen. Denn nur ,wenn wir unsere Wertigkeit kennen, können wir uns im täglichen Leben auch behaupten. Erst dann sind wir dazu in der Lage, unsere eigenen Standpunkte, unseren eigenen Willen und unsere eigenen Wünsche zu formulieren und auch durchzusetzen.  Dieses führt uns nun wiederum dazu, die Harmoniesucht zu überwinden, indem wir unsere eigene Wertigkeit in die Kommunikation mit dem Gegenüber einbringen, in dem wir instand gesetzt werden, dass,was wir denken, auch zu formulieren, um so auch das zu bekommen, was wir uns wünschen. Nur, wenn wir uns  in die Lage versetzen, klar und deutlich unsere Wünsche und Gedanken zu kommunizieren, werden wir auch das bewirken, was wir beabsichtigen.

In diesem Zusammenhang ist noch ein wesentlicher Punkt anzumerken: DIE ANGST! Die meisten Menschen, die in der Harmoniesuchtfalle stecken, haben regelrecht Angst, ihrer Umwelt das zu sagen, was sie in der jeweiligen Situation denken, weil…ja weil eben das Selbstwertgefühl fehlt und sie immer mit schlimmen Folgen rechnen: sei es, dass sie fürchten, vom Partner verlassen zu werden, wenn sie eine dem Partner nicht “genehme” Reaktion zeigen, sei es, dass sie Angst haben, im Berufsleben von Kolleginnen oder Kollegen nicht mehr akzeptiert oder respektiert zu werden:  aber – Sie werden sehen, der Sie eventuell davon betroffen sind: das Gegenteil wird der Fall sein: gerade nämlich WEIL Sie Flagge zeigen und Ihre Wünsche zum Ausdruck bringen, steigt Ihre Akzeptanz und der Respekt, den Sie bei Ihren Mitmenschen erhalten werden in dem Masse, in dem Sie dies tun! Sie zeigen dann- genau nach Ihrer schriftlich ermittelten Wertigkeit – dass Sie eine wirkliche Persönlichkeit sind.  

Eine echte Bereicherung in dem Leben der von Harmoniesucht Betroffenen wird diese Erfahrung auslösen und ihnen helfen,je mehr sie sich zu ihrer eigenen Wertigkeit bekennen und  damit Selbstliebe in sich auszulösen imstande sind, der Harmoniesucht für immer “Adieu” zu sagen!

Herzlich

Marina Schott

Jul

15

Liebe Bloggerinnen und Blogger,

erkennen Sie oder Sie sich vielleicht in einem dieser Punkte wieder? 

Welche Indikatoren zeigen Ihnen an, dass Sie unter Harmoniesucht am Arbeitsplatz leiden?

-         Überstunden, die in keiner Relation zu Ihrem Aufgabengebiet stehen

-         Übermäßige Müdigkeit bis hin zu völligen Erschöpfungszuständen

-         Unlust an der Arbeit bis hin zur inneren Kündigung

-         Völlige Motivationslosigkeit

-         Zeitlich bedingte Depressionszustände

-         Das dauernde Gefühl, Sie müssten noch mehr tun

-         Das Gefühl, die Arbeit ist nie beendet trotz aller Anstrengungen

-         Das „Hamsterrad“ Gefühl

-         Sie haben keine eigene Meinung mehr, sondern sind nur noch bemüht, es den anderen Kollegen/ Kolleginnen recht zu machen

-         Sie verlieren das Gefühl für:“ bis hier her und nicht weiter“

-         Sie sind über die Massen angespannt und fast verbissen

-         Sie fühlen sich völlig ausgelaugt bis hin zu burn out Zuständen

Erkennen Sie einige Anzeichen bei sich selbst? Wenn Sie diese Frage mit einen eindeutigen „Ja“ beantworten können, haben Sie schon auf Ihrem Sieg gegen die Harmoniesucht am Arbeitsplatz einen bedeutenden Weg zurückgelegt, nämlich den, der Selbsterkenntnis.

Mehr zu diesem Thema können Sie bald hier lesen!

Einen schönen guten Abend Ihnen allen!

Herzlich

Ihre

Marina Schott

Jul

12

Liebe Bloggerinnen und Blogger,liebe Interessentinnen und Interessenten,

diese Frage wird mir immer wieder gestellt. Die Antwort ist so klar wie simpel: selbstverständlich hat das Eine mit dem Anderen zu tun – ja, ich glaube, dass das Eine sogar oft das Andere bedingt! Wie sonst ist es zu erklären, dass gerade Personen, die sich selbst  nicht besonders “lieben” der Harmoniesucht verfallen sind! Wenn ich mir meiner BEWUßT bin, dann kann ich auch meine Meinung vertreten, da sie gleichberechtigt neben der des anderen steht. Sich aber seiner bewußt zu sein, bedingt, dass ich mich selber auch annehme – mit meinen Stärken und meinen Schwächen. Es ist oft bemerkenswert, mit an zu sehen, wie wenige Menschen auf der Suche nach sich selbst sind – denn dann würden sie – getreu dem Motto “Wer suchet, der findet!” – auch wissen, welche Schwächen und Stärken sie haben.  

Diese Erkenntnis ist dann einer der Schlüssel – und ein ganz wichtiger dazu!! – sich selbst, wie in einem Spiegel, anzuschauen, um an sich selbst zu arbeiten! Dieses “An-sich-Arbeiten” kommt in der hektischen und karrieregesteuerten Umwelt oft zu kurz, weil alles andere wichtiger erscheint! Dabei gibt es erst einmal nichts, aber auch gar nichts Wichtigeres als sich selbst!! Das “Sich-Selbst-Erkennen” ist  nicht nur der Schlüssel sondern auch der Dreh- und Angelpunkt für fast alles, was uns im Leben begegnet! Wir projezieren unser So-Sein auf unsere Umwelt, Wir  bestimmen, wie wir mit unserer Umwelt in Kontakt treten, wie wir mit ihr umgehen und letzendlich auch, wie wir auf sie reagieren. Alles hängt sozusagen von unserem “Ausgangspunkt” ab – und unser Ausgangspunkt  sind wir selbst! Damit geht natürlich sehr Vieles einher: da ist einmal ein erster Faktor zu nennen: die Angst! Sich selbst anzuschauen – der Spiegel sagt die Wahrheit – bedeutet, offen zu sein für das Ergebnis und mutig zu sein, wenn das Ergebnis nicht gefällt, für Veränderung! 

Was ist denn, wenn das Ergebnis nicht gefällt? Und: Wo fange ich mit der Veränderung an und mit welcher, dass mir mein Spiegelbild gefällt? Wie will ich denn überhaupt sein? Habe ich denn die Möglichkeiten, mich zu verändern oder bin ich dazu gar nicht fähig? Die Antworten auf diese Fragen sind so vielfältig, wie die Individuen, die sie stellen! Eine große Hilfestellung aus dieser Misere ist…..

die “innere Stimme” oder, wie man auch sagt, das Gewissen. Im Grunde seines Herzens weiß jeder, der denn bereit ist, auf diese Stimme zu hören, was er als nächstes tun MUSS! Die Frage ist, ob er es dann auch tut! Denn – und das wissen wohl intuitiv die meisten Menschen – einfach ist dies nicht! Es ist mit Schmerzen und mit Geduld, es ist mit Wahrheisliebe und mit Einsicht verbunden! Aber der Gewinn, wenn man denn bereit ist, diesen eigenen Weg zu gehen, ist mit nichts und keinem Geld der Welt aufzuwiegen: ein gewonnener Kampf, der schwerste, den man im Leben führen kann, nämlich der, gegen sich selbst, wurde gewonnen! Aus diesem Kampf geht eine eigenständige Persönlichkeit hervor, ein Mensch der sich im wahrsten Sinne des Wortes “Seiner – Selbst -bewußt” ist, der den schwersten Kampf, den es gibt, gewonnen hat: Den Kampf gegen sich selbst! Mit Sicherheit ist das Glücksgefühl, das man dann hat, mit nichts zu vergleichen!

Daß jeder, der sich angesprochen fühlt, den Mut hat, sich den eigenen Spiegel vorzuhalten und fortan ein zufriedenes und er-fülltes Leben führen kann, wünscht von Herzen

Marina Schott