Liebe interessierte Leserinnen und Leser,
da es in aller Regel so ist, dass wir anderen oft besser helfen können als uns selbst, möchte ich heute einmal das Thema “Partnerschaft in Hinsicht auf Harmoniesucht” behandeln.
Wie kann ich nun erkennen, ob meine Freundin/ oder mein Freund harmoniesüchtig ist?
Vielleicht hat ja der eine oder andere von Ihnen schon einmal bemerkt, dass es egal ist, was er vorschlägt oder sagt, der Freund/ die Freundin stimmt fast immer zu. Es kommen kaum Einwände oder Gegenvorschläge. Alles, was Sie sagen oder tun, findet beim Anderen Gefallen – so scheint es Ihnen wenigstens. Merkwürdig kommt dies Ihnen jedenfalls vor, weil eine immer währende Einigkeit in allen Belangen des Lebens in den seltensten Beziehungen existiert. Sie würden sich auch manchmal wünschen, dass eine Reaktion erfolgte beim Anderen in Form eines anderen Vorschlags, eines Einwandes oder eines Widerspruchs?! Jedoch sind Ihnen kontrovers diskutierte Themen in Ihrer Partnerschaft unbekannt. Sie haben aber noch nicht mit Ihrem Partner/ihrer Partnerin gesprochen, da dies natürlich für Sie auch eine Komfortzone bedeutet, die zu verlassen mit Mühe und gegenseitiger Arbeit verbunden ist. Auf der anderen Seite wünschten Sie sich öfter einmal mehr Reaktion beim Anderen und vorallem fehlt Ihnen das, was oft als “Salz in einer Beziehung” bezeichnet wird, nämlich eine anregende und für beide Seiten konstruktive Diskussion.
Leider kommt es dazu nicht, da Ihr Partner/Ihre Partnerin alles grundsätzlich gut und richtig findet, was auch immer Sie sagen oder vorschlagen. Kommt Ihnen die eine oder andere Situation bekannt vor? Haben Sie sich schon einmal Gedanken darüber gemacht, warum dies so ist? Oder dachten Sie manchmal, dass diese Widerspruchslosigkeit auch keine auf Dauer befriedigende Situation darstellt? Was haben Sie dann unternommen, oder haben Sie überhaupt schon einmal mit dem Gedanken gespielt, dagegen etwas zu unternehmen? Haben Sie dieses Verhalten, alles hinzunehmen, vielleicht auch schon im Berufsleben Ihres Partners/Ihrer Partnerin beobachtet oder aus den Erzählungen entnommen?
Wenn Sie diese Fragen durchgängig mit “JA” beantworten können und Sie sich damit unwohl in Ihrer Partnerschaft fühlen, ist Handeln angesagt. Aber wie??
Sprechen Sie einfach in Situationen, in denen Sie dies bemerken, offen mit Ihrem Partner/Ihrer Partnerin. Fragen Sie, ob er oder sie wirklich mit der und der Lösung einverstanden ist. Fragen Sie nach ihrer/seiner Meinung in der bestimmten Situation, die Sie gerade mit ihm/ihr durchleben. Kommunizieren Sie einfach Ihre Gedanken. Lassen Sie den Anderen wissen, dass Sie wichtig finden, was er oder sie denkt und dass Sie an Ihrer Seite eine Persönlichkeit haben möchten und nicht jemanden, der zu allem “JA” und “Amen” sagt.
Im allgemeinen wird in den meisten Partnerschaften zu wenig oder gar nicht kommuniziert – die hohen Scheidungs – bzw. Trennungsquoten beweisen es. Die meisten Beziehungen gehen nicht auseinander, weil alles totgeredet sondern totgeschwiegen wurde. Suchen und finden Sie eine Kommunikationsebene – gemeinsam – die es Ihnen ermöglicht, über sämtliche Dinge Ihres Lebens zu sprechen, von belanglosen Dingen, denn auch diese sind wichtig, bis hin zu Problemdiskussionen.
Dies bedeutet für Beide Arbeit und ein Sich-aufeinander-Einlassen. Wenn Sie jedoch diese Hürde genommen haben, werden Sie sehen, wie sehr zum Vorteil sich künftig Ihre Beziehung gestalten wird!
Dass Ihnen dieses gelingen möge, wünsche ich Ihnen von Herzen.
Ihre Marina Schott
